Mit Statements für die Presse ist es ja immer so eine Sache: Man möchte so viel sagen und der Artikel hat eben nur eine begrenzte Anzahl Zeilen. Deshalb in Ergänzung zu meinem Zitat im Kölner Stadt-Anzeiger zum Thema „Woelki geißelt Flüchtlingspolitik“, hier zum Nachlesen die gesamte Argumentation, die ich Joachim Frank als Autor des Textes geschickt hatte:

"Ich muss in dieser Flüchtlingskrise nichts schön reden und ich stimme Woelki zu, wenn er davor warnt, die noch immer andauernde Flüchtlingskrise zu verdrängen, nur weil kaum noch Flüchtlinge in Deutschland ankommen.  Aber es ist unbestritten, dass die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei einen entscheidenden Wendepunkt in der Krise markieren und damit die ungesteuerte Migration sowie das massenhafte Menschensterben im Mittelmeer eingedämmt werden konnten. Es war also eine Entscheidung, die auch aus humanitären Gründen getroffen wurde. Wir haben dadurch für Schutzbedürftige einen legalen Weg geschaffen, nach Europa zu kommen. Zudem bekommt die Türkei finanzielle Mittel für die Flüchtlingslager, wodurch die Gesundheitsversorgung sowie die Bildungschancen der etwa 900.000 Flüchtlingskinder vor Ort verbessert werden. Sicher entspricht die Lage vor Ort nicht den deutschen Standards, aber das trifft - leider - für viele Milliarden Menschen auf dieser Welt zu, die wir deshalb - ebenfalls leider - gleichwohl nicht alle bei uns aufnehmen und integrieren können.

Deshalb gilt: Die ungesteuerte Migration über das Mittelmeer muss dringend weiter eingedämmt werden. Dort sterben die Menschen! Um das zu verhindern, müssen wir stärker mit unseren Nachbarn in Nordafrika zusammenarbeiten. Die Bewältigung der Migrationslage kann sich geografisch nicht auf die EU und dort insbesondere auf die italienischen Küsten bechränken. Die Migrationskrise muss zu aller erst in Afrika gelöst werden, wo ihre Ursachen liegen und wo wirtschaftliche, ökologische und humanitäre Gründe zu Migration führen.

Ja, wir müssen uns um die Migranten kümmern, die derzeit in Libyen sind und noch immer kommen. Daher müssen wir mit Hilfe von IOM und UNHCR die Verhältnisse verbessern, in denen Migranten untergebracht sind. Diese katastrophalen Bedingungen müssen beendet werden. Diese Menschen können aber auch nicht in Libyen bleiben. Vielmehr müssen wir die Rückkehr in die Herkunftsländer erreichen und die Herkunftsländer dabei unterstützen, ihnen in ihren Ländern eine Perspektive zu geben.

Die Hotspots helfen Flüchtlingen, nicht in die Hände von kriminellen Schleusern zu fallen, ohne aber die Möglichkeit eines Asyls in der EU in Frage zu stellen."

 

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